Bushaltestellen Puchheim

Auf der Karte haben wir als Linke in Puchheim (Danke an Fabi für die Aufnahmen aus Puchheim Ort) den kunterbunten Flickenteppich an Bushaltestellen in Puchheim und deren verschiedenen Facetten an Anti-Obdachlosen-Architektur festgehalten.
Der Begriff „Anti-Obdachlosen-Architektur“ bezeichnet bauliche Maßnahmen, welche darauf abzielen, dass unerwünschte Personengruppen, wie Jugendliche oder Obdachlose, nicht an öffentlichen Plätzen lungern. Dazu gehören bspw. Sitzflächen aus Metall, welche vA im Winter Körperwärme leiten und somit eine bequeme Sitzfläche verhindern, unterbrochene Sitzflächen (bspw. durch einzelne Sitze oder Armstützen), welche es unbequem machen, sich hinzulegen, und sehr kurze Sitzflächen, welche ebenfalls das Hinlegen erschweren und größere Gruppen vergraulen sollen.

Ungeachtet dessen, dass solche Maßnahmen menschenverachtend sind und die Symptome, nicht die Probleme bekämpfen, erschweren sie auch den „erwünschten“ Personengruppen den Alltag und senken dadurch flächendeckend die Lebensqualität. Daher ist auch der im Deutschen übliche Begriff „Anti-OBDACHLOSEN-Architektur“ nicht ganz zutreffend, das englische „hostile architecture“, also feindselige Architektur, beschreibt die Probleme dieser Maßnahmen wesentlich besser.

In Puchheim haben wir, wie bereits gesagt, eine bunte Mischung an unseren Haltestellen, grob lassen sie sich aber in 4 Gruppen einteilen:

  1. Noch nicht erhöhte Haltestellen ohne Häuschen
    Die meisten Haltestellen in Puchheim gehören zu dieser Gruppe und bieten weder eine Sitzmöglichkeit noch Schutz vor Wind und Wetter. Die Veilchenstraße zeigt hier jedoch einen möglichen Kompromiss, da zumindest eine gewöhnliche Holzbank neben einer der Haltestellen steht.
  2. Noch nicht erhöhte Haltestellen mit Häuschen, welche jedoch Anti-Obdachlosen-Architektur aufweisen
    Einige der alten Haltestellen boten schon Haltestellenhäuschen, jedoch haben hier schon einige Anti-Obdachlosen-Architektur.
  3. Noch nicht erhöhte Haltestellen mit Häuschen ohne Anti-Obdachlosen-Architektur
    Einige Haltestellen wie bspw. der Friedhof Schopflach Richtung Bahnhof bieten Häuschen mit Bänken, welche die volle Länge des Häuschens in Anspruch nehmen und aus Holz sind, die Stadt sollte in Zukunft nur noch Häuschen dieser Art installieren.
  4. Erhöhte Haltestellen mit Häuschen welche Anti-Obdachlosen-Architektur aufweisen
    Fast alle sanierten Haltestellen, welche erhöht wurden, um einen barrierefreien Einstieg in den Bus zu ermöglichen, besitzen Häuschen mit lächerlich kurzen Metallbänken, die gerade mal 1/3 der Länge nutzen und damit bestenfalls 2 Menschen nebeneinander Platz bieten. Eine mögliche Ausbesserung wäre zumindest 3 dieser Bänke nebeneinander zu installieren um die Häuschen der dritten Kategorie zu imitieren.